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24 Stunden Vollgas – die Oertze Piraten beim 24h-Mofarennen

Wie in jedem Jahr begann das Rennwochenende für die Oertze Piraten bereits am Donnerstag. Traditionell wurde der Trecker samt weiterer Anhänger beladen und alles benötigte Material vorbereitet, damit dem Aufbau des Fahrerlagers am Freitag nichts mehr im Wege stand.

Am Freitag ging es dann in Richtung Haus Ilster. Der Aufbau verlief erfreulich zügig und ohne größere Schwierigkeiten. Kaum war jedoch alles an seinem Platz, sorgte ein festgefahrener LKW direkt hinter unserem und dem angrenzenden Nachbarzelt für die erste ungeplante Herausforderung des Wochenendes. Mit vereinten Kräften und der Unterstützung eines Radladers konnte der LKW schließlich wieder aus seiner misslichen Lage befreit werden.

 

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Die Einrichtung: schlicht, aber zweckmäßig

 

Die letzten Vorbereitungen

Anschließend konnte man sich voll und ganz auf die Rennvorbereitungen konzentrieren. An unserer Rennmofa wurde noch die ein oder andere Feinabstimmung vorgenommen, bevor es ins Training ging. Dieses verlief ohne Probleme und gab den Fahrern und der Schraubercrew ein gutes Gefühl für das bevorstehende Rennen

Ganz zufrieden war man allerdings noch nicht. Nach dem Training wurde der Auspuff noch einmal etwas optimiert. Die vorgenommenen Änderungen kamen bei allen Beteiligten gut an – die Rennmofa war damit bereit für die langen bevorstehenden 24 Stunden.

Jetzt hieß es nur noch warten. Warten auf Samstag. Warten auf 10:00 Uhr. Warten auf den Moment, in dem aus gemütlichem Schrauben und Fachsimpeln endlich wieder 24 Stunden Rennsport wurden.

 

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Das Team ist der Star!

 

Der Start

Am Samstagmorgen um Punkt 10:00 Uhr war es dann endlich so weit. Der Start erfolgte traditionell in Le-Mans-Form und die Anspannung bei allen Beteiligten war deutlich zu spüren. Doch kaum war das Rennen freigegeben, hieß es auch schon: Helm auf, Gas geben und 24 Stunden durchhalten!

 

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Ordentlich was los im Fahrerlager

 

Die ersten Rennstunden verliefen für unsere Mofa nahezu perfekt. Nach vier Stunden lagen die ersten fünf Teams der Spezialklasse gerade einmal eine Runde auseinander. Das Rennen war damit von Beginn an extrem eng und jeder einzelne Umlauf konnte am Ende entscheidend sein. Es zählte also jede Runde.

 

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Schöne Rücken…

 

Auch technisch blieb unsere Rennmaschine zunächst weitgehend problemlos. Lediglich ein Gaszug musste getauscht werden und auch ein Kettenblatt wurde im weiteren Rennverlauf ersetzt. Für eine 24-Stunden-Rennmaschine waren das zunächst absolut überschaubare Reparaturen – doch ganz ohne Drama sollte das Wochenende natürlich nicht verlaufen.

 

Der erste große Schock

Gegen kurz nach 17:00 Uhr folgte dann allerdings der erste größere Schreckmoment.

Unsere Fahrerin verlor in der Steilkurve die Kontrolle über die Rennmaschine und wurde über den Lenker hinweg von der Mofa abgeworfen. Ein Moment, bei dem den wartenden Piraten vermutlich kurz das Herz stehen blieb. Die Maschine kam anschließend zum Boxenstopp, wo zunächst der Lenker wieder etwas gerichtet werden musste. Gleichzeitig wurde der inzwischen stark verstaubte Luftfilter gewechselt.

Doch viel wichtiger war natürlich die Frage: Wie geht es der Fahrerin?

Glücklicherweise konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Bis auf kleinere Blessuren war nichts Schlimmeres passiert. Nach dem ersten Schrecken war damit klar: Es konnte weitergehen!

 

Wenn die Rakete drückt …

Gegen 19:00 Uhr stand ein weiterer Fahrerwechsel an. Gleichzeitig wurden die Akkus für die Beleuchtung montiert, denn die Nacht rückte unaufhaltsam näher. Die Fahrt konnte zunächst problemlos fortgesetzt werden.

Allerdings währte der Einsatz nicht allzu lange.

Nach einigen Minuten musste der Fahrer seinen Lauf bereits wieder kurz unterbrechen. Der Grund war allerdings weniger dramatisch als zunächst vermutet: Die Rakete hatte wohl etwas gedrückt.

Auch dieses Problem konnte schnell gelöst werden und der Präsi Borsty konnte seinen Einsatz nach kurzer Pinkelpause anschließend fortsetzen. Schließlich sollten die 24 Stunden ja nicht an einer ganz anderen Art von „technischem Problem“ scheitern.

 

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Interessanter Arbeitsplatz!!!

 

 

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Diese Geschwindigkeit wurde wohl nicht ganz erreicht.

 

Die Nacht kommt

Der Abend begann und unsere Rennmofa lief weiterhin ohne wirkliche Beschwerden. Mit zunehmender Dunkelheit wurde die Beleuchtung natürlich immer wichtiger. Lediglich ein durchgescheuertes Kabel an der Beleuchtung sowie ein defekter Akku sorgten für kurze Unterbrechungen.

Gegen 01:13 Uhr folgte dann erneut ein kurzer Moment der Aufregung: Die Maschine nahm plötzlich kein Gas mehr an. Schnell war die Ursache gefunden – auch der zweite Gaszug hatte seinen Dienst quittiert. Die Schraubercrew reagierte gewohnt schnell und tauschte den Gaszug kurzerhand aus.

Kurz darauf setzte Regen ein und sorgte noch einmal für zusätzliche Spannung.

 

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Schön, wenn man bei Regen ein trockenes Plätzchen hat.

 

Die Strecke verwandelte sich zunehmend in eine matschige Angelegenheit und die Fahrbahn wurde zur reinsten Schmierseife. Die Rennmofa wurde nun regelmäßig und in immer kürzeren Abständen in die Box gerufen. Dort mussten Kette und Zylinderkopf immer wieder vom Schlamm und Dreck befreit werden.

Zu diesem Zeitpunkt war die Strecke bereits deutlich leerer geworden. Während am Anfang noch dichtes Gedränge geherrscht hatte, kämpften sich nun deutlich weniger Maschinen durch die dunkle Nacht.

Für die verbliebenen Teams ging es nun vor allem darum durchzuhalten.

 

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Mal ʹne Mütze Schlaf nehmen

 

Doch für die Oertze Piraten sollte die schwierigste Phase erst noch kommen.

 

05:30 Uhr – der nächste Schock

Gegen 05:30 Uhr herrschte plötzlich wieder Alarm in der Box. Die Rennmofa wurde hereingeschoben und nach einer kurzen Überprüfung stand fest: Es lag ein kapitaler Motorschaden vor.

Das Nadellager des Kolbens hatte sich verabschiedet. Ein Kolbentausch war unumgänglich.

Was nun folgte, war wieder einmal ein Beweis für die hervorragende Arbeit unserer Schraubercrew. In ordentlichem Tempo wurde der defekte Kolben getauscht und alles wieder zusammengebaut, damit möglichst wenig Zeit verloren ging und die Rennmofa schnellstmöglich wieder auf die Strecke konnte.

Doch die Erleichterung hielt nicht lange an.

Kurz nachdem die Box verlassen worden war, kam die Maschine schon wieder zurückgeschoben. Eine erneute Sichtprüfung brachte den nächsten Schock: Der gerade erst neu verbaute Kolben war ebenfalls beschädigt.

 

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Tja, der ist wohl hin!

 

Offenbar befanden sich noch kleine Reste des zerstörten Nadellagers im Motor. Diese hatten dafür gesorgt, dass der neue Kolben und auch der Zylinder erneut beschädigt wurden.

Damit war klar: Der Motor musste erneut ausgebaut und repariert werden.

Doch auch von diesem Rückschlag ließ sich unsere Schraubercrew nicht aus der Ruhe bringen. Wieder wurde geschraubt, geprüft und repariert. Trotz der fortgeschrittenen Stunde und der bereits hinter ihnen liegenden Rennzeit gaben die Jungs nicht auf. Die Müdigkeit wurde dabei vermutlich genauso erfolgreich verdrängt wie der Schlamm auf der Rennstrecke.

 

Die letzten Stunden

Nach der erneuten Reparatur konnte die Rennmofa schließlich wieder auf die Strecke gebracht werden. Die verbleibende Rennzeit wurde ohne weitere größere Probleme absolviert.

Nach all den Höhen und Tiefen der vergangenen 24 Stunden ging es nun nur noch darum, die Mofa sicher ins Ziel zu bringen.

Gegen 10:00 Uhr am Sonntagmorgen war es dann endlich so weit: Nach langen 24 Stunden sprang unsere Fahrerin mit der Rennmofa erfolgreich über die Ziellinie.

 

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Zieldurchfahrt nach 24 Stunden

 

 

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Da schauen sie noch etwas skeptisch.

 

Die erste große Anspannung war damit erfolgreich überstanden. Nach einem kurzen gemeinsamen Foto mit Maschine und dem Fahrerteam machte sich die Mannschaft direkt an den Abbau des Fahrerlagers.

Auch dieser verlief hervorragend und sehr koordiniert. Innerhalb von gerade einmal rund 40 Minuten war das Lager abgebaut und wir waren praktisch wieder abfahrbereit. Aber nur „praktisch“.

 

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Das muss alles wieder zurück nach Trauen?

 

Denn die Oertze Piraten mussten sich noch etwas gedulden, da um 11:00 Uhr noch die Siegerehrung auf dem Programm stand.

 

Die große Frage: Welcher Platz?

Mit großer Spannung erwarteten alle Piraten das Ergebnis des Rennens. Wie bereits im Vorjahr war die Bekanntgabe der offiziellen Zwischenergebnisse rund acht Stunden vor Rennende eingestellt worden, sodass bis zur Siegerehrung niemand genau wusste, wo man letztendlich landen würde.

Dann endlich die Gewissheit:

Wie bereits im Vorjahr erreichten die Oertze Piraten in der Spezialklasse den 3. Platz – mit insgesamt 661 gefahrenen Runden!

Der Platz auf dem Treppchen kann ruhig zur Gewohnheit werden!

Der Jubel war riesig und die Freude bei allen Beteiligten deutlich zu spüren. Nach 24 Stunden voller Vollgas, Staub, Regen, Schlamm, Stürzen, Reparaturen und jeder Menge Teamwork stand am Ende erneut ein hervorragender dritter Platz zu Buche.

 

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Ehrung des Piraten-Präsidenten für die weiteste Anreise

 

Heimreise

Nach der Siegerehrung hieß es endgültig Abschied nehmen und die Rückreise nach Trauen anzutreten. Dort angekommen wurden die gesamten Utensilien wieder an der Dorfscheune abgeladen und verstaut.

Gegen 12:54 Uhr kehrten die Oertze Piraten schließlich noch im Präsidentenpalast ein, um das ereignisreiche Wochenende gemeinsam noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ein langes, anstrengendes, aber vor allem erfolgreiches Rennwochenende ging damit zu Ende.

 

Fazit

Die sechste Teilnahme der Oertze Piraten am 24h-Mofarennen in Munster war wieder einmal ein Wochenende, das eindrucksvoll gezeigt hat, worauf es bei einem solchen Rennen wirklich ankommt: Teamwork, Durchhaltevermögen und eine gute Crew.

661 Runden, Platz 3 in der Spezialklasse, Platz 8 in der Gesamtwertung von 38 teilnehmenden Teams und jede Menge Geschichten, die vermutlich noch lange erzählt werden.

Ein solches Rennwochenende wäre auch ohne die Unterstützung unserer Sponsoren nicht möglich. Deshalb möchten wir an dieser Stelle ganz besonders unseren, sage und schreibe, 19 Sponsoren danken, die uns auch in diesem Jahr wieder tatkräftig unterstützt haben.

 

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Ein ganz herzliches „Dankeschön“ an alle Sponsoren und Spender!

 

Ob durch finanzielle Unterstützung, Material, Dienstleistungen oder einfach durch das Vertrauen in unser Team – jede einzelne Unterstützung hat dazu beigetragen, dass wir unsere Rennmaschine an den Start bringen und die 24 Stunden in Munster erfolgreich bestreiten konnten.

Und während der ein oder andere am Sonntagmittag vermutlich schon mit dem Gedanken an das eigene Bett spielte, dürfte bei den meisten Piraten spätestens nach der ersten Erholung wieder derselbe Gedanke aufgekommen sein:

Wann ist eigentlich das nächste Rennen?

Denn eines ist sicher:

Die Oertze Piraten kommen wieder!