Geschäfte, Hotels, Kneipen, Kinos, Kirchen, Tankstellen, Bahnhöfe sowie natürlich Lager und Kasernen – was hat(te) Munster nicht alles zu bieten!
Am vergangenen Freitag (14.03.2025) nahm Adolf Köthe im Dörfergemeinschaftshaus „Alte Schule“ über 30 aufmerksame Zuhörer und Zuhörerinnen mit auf eine interessante Zeitreise in die Aufbaujahre Munsters. Der Schwerpunkt seines Vortrages lag dabei in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren. In diesen Jahrzehnten verzeichnete Munster – sicherlich durchaus begünstigt durch die Aufstellung der Bundeswehr ab 1955 – einen deutlichen Aufschwung, der auch in der Verleihung der Stadtrechte am 20. Oktober 1967 seinen Niederschlag fand.
Dabei beschränkte sich A. Köthe bei seinem Vortrag nicht nur auf das reine Zeigen von Bildern und Aufzählen von Fakten. Vielmehr waren die vielen Anekdoten und Geschichtchen zu einzelnen Häusern oder ganzen Straßenzügen das „Salz in der Suppe“. Wer hätte schon gewusst, dass bei einer Info-Veranstaltung zu den damals schon umstrittenen Straßenausbaubeiträgen ein Mitglied der Familie Albrecht persönlich anwesend war, weil sich das Gebäude mit dem ersten ALDI Munsters (später u.a. SOWA, TEDI) tatsächlich in deren Familienbesitz befand?
Sehnsucht und Reiselust machten sich breit, als bei den Bahnhöfen Munsters natürlich auch die ehemaligen Stationen in Trauen und Dethlingen genannt und gezeigt wurden. Von hier konnte man seit 1910 bis zur Einstellung des Personenverkehrs im Jahre 1970 über Munster-Süd bzw. Beckedorf in die große weite Welt reisen! Wer schon damals lieber mit dem Auto reisen wollte, fand selbstverständlich auch in Trauen eine Tankstelle.
Auch bei der Aufzählung der vielen (ehemaligen) Wirtshäuser, Diskotheken und Clubs ging immer wieder ein Raunen durchs Publikum. Viele der Anwesenden hatten wohl in ihrer Jugend persönlich zum Erhalt der blühenden Kneipenkultur beigetragen…
Dass auch Trauen selbst mit Lönshof, Heideinsel und dem heute noch florierenden Gasthaus Oertzewinkel durchaus Gelegenheit zum Amüsement bot und bietet, war allen Anwesenden natürlich bestens bekannt.
Zweieinhalb Stunden vergingen wie im Fluge; immer wieder wurde der Vortrag ergänzt um Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum. Besonders hoch war natürlich die Aufmerksamkeit bei den vielen Fotos aus der seinerzeit noch eigenständigen Altgemeinde Trauen, die A. Köthe speziell für diesen Abend in seinen Vortrag eingebaut hatte.
Als Dankeschön im Namen aller Anwesenden überreichte Reimund Jochheim als 1. Vorsitzender des Fördervereins Adolf Köthe ein kleines Präsent. Die Fortsetzung der traditionsreichen Vortragsreihe im Dörfergemeinschaftshaus wird im Herbst zeitgerecht bekannt gegeben. Der Förderverein verspricht schon jetzt interessante Themen und hofft natürlich auch zukünftig auf ein regelmäßig „volles Haus“.