• Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Banner Trauen3 2

Maifrühschoppen 2026

Was machen die Trauener Familien am 1. Mai? Selbstverständlich gehen sie zum traditionellen Frühschoppen des Fördervereins! 

Im Übrigen nicht nur Trauener Familien: Auch in diesem Jahr war der Treff auf der Dorfgemeinschaftsanlage Ziel für zahlreiche Gäste aus Munster, Oerrel, Faßberg und anderen Orten in Radelentfernung. 

 

2026 04 28 Maifrühschoppen 004

Neues aus der Kreativabteilung

 

Und wenn dann zu gut gelaunten Gästen noch allerbestes Feierwetter hinzukommt, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Natürlich waren Grillwagen und Getränketresen mehr als ausreichend bestückt und zum ebenfalls traditionellen Riesenbuffet mit gespendeten Torten und Kuchen muss man hier eigentlich keine Worte verlieren. 

Eingeleitet wurde der Maifrühschoppen selbstverständlich auch in diesem Jahr durch einen Gottesdienst in der Mehrzweckhalle. Wie immer, könnte man sagen, trifft dabei aber nicht den Kern: Dies war vielmehr der letzte Trauener Maigottesdienst, den Pastor Dr. Schoon-Janßen vor seiner Pensionierung leitete. 

Diesem besonderen Anlass entsprechend hatten sich Ortsvorsteher und Vereinsvorstand einiges einfallen lassen. Zum einen umrahmte der Posaunenchor Müden den Gottesdienst sowie das anschließende Aufrichten des Maibaums musikalisch und gab so der gesamten Veranstaltung einen mehr als würdigen und stimmungsvollen Rahmen. 

Zum anderen war in der Halle extra eine Kanzel aufgebaut worden, damit Dr. Schoon-Janßen seine Trauener Schäfchen noch einmal in Ruhe von oben betrachten konnte. Dass diese hohe Kanzel auch eine Anspielung auf die angeblich durchaus vorhandene Höhenangst des Kirchenmannes sein sollte, muss wohl ins Reich der Gerüchte verwiesen werden… 

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 070

Die extra für diesen – wie immer gut besuchten – Gottesdienst gebaute Kanzel; 
selbstverständlich mit geprüfter Standsicherheit!
 

Auch die traditionelle Ansprache am Maibaum hielt in diesem Jahr Dr. Schoon-Janßen. Dabei verstand er es exzellent, einen großen Bogen von seiner ostfriesischen Heimat hin zu den Menschen in der Altgemeinde Trauen zu schlagen. (Der Text dieser Ansprache ist diesem Bericht beigefügt.) 

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 084

Musikalische Begleitung durch den Posaunenchor Müden

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 093

So will es die Tradition: Der Maikranz wird von der Dorfjugend getragen.

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 036

Mai-Ansprache mit Ortsbezug

 

Als sich im Anschluss an die Ansprache Dr. Carsten Emmann als Ortsvorsteher mit einem sehr persönlichen Präsentkorb beim Pastor, Werder-Bremen-Fan und Gummibärchen-Liebhaber Johannes Schoon-Janßen bedankte, war dieser sichtlich gerührt. 

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 057

Nur ein kleines Dankeschön für die langjährige Begleitung

 

Anschließend verlagerte sich das Geschehen in Richtung Imbiss und Getränketresen. An den reichlich vorhandenen Sitzgarnituren und Stehtischen fand sich manche Runde zur Stärkung und zu lebhaften Gesprächen.

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 149

Leckeren Kuchen kann man ja eigentlich immer essen…

 

Um auch den Trauener Nachwuchs bei Laune zu halten, war neben der Halle wieder ein großer Hüpfburgenpark aufgebaut. So konnten sich die Kinder austoben und Eltern und Großeltern hatten ausreichend Zeit, sich ganz in Ruhe zu unterhalten sowie das eine oder andere Kaltgetränk zu naschen. Großer Renner vor allem bei der Damenwelt war in diesem Jahr übrigens die Maibowle, die Glas um Glas zu erkennbarer Heiterkeit führte…

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 174

Die Hüpfburgen waren zeitweise förmlich umlagert.

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 156

Ganz tolle Tanzvorführung: Anni und ihre Zappelflöhe!

 

Als schließlich gegen 17.00 Uhr mit dem Abbau der Hüpfburgen begonnen wurde, hatte auch die eifrige Besatzung des Grillwagens schon gemeldet: „Ausverkauft!“ 

Aber es musste bestimmt niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen. Die letzten Unentwegten nutzten wohl noch die Gelegenheit, vom bequemen Sitzplatz vor der Mehrzweckhalle den Vollmond zu betrachten, den das Festkomitee zu diesem besonderen Anlass extra bestellt hatte… 

 

2026 05 01 Maifrühschoppen 175 177 179

Fahrradständer, wir brauchen Fahrradständer!!! (Frei nach Olli Kahn)

 

Dass eine solche Veranstaltung eine gute Vorbereitung und Organisation erfordert, muss nicht angesprochen werden. Wenn dann sogar noch das Aufräumen und Reinigen nur lachende Gesichter sieht, weiß man ganz sicher, dass hier engagierte „Ehrenamtler“ am Werk sind. 

Deshalb soll auch an dieser Stelle wieder allen Helfern und Helferinnen ein ganz großes „Dankeschön“ ausgesprochen werden – ohne euch geht's nicht!!! 

Am Rande sei erwähnt, dass im Laufe des Tages auch zahlreiche neue Vereinsmitglieder gewonnen werden konnten. Somit ist unser starker Verein auf mittlerweile 370 Mitglieder angewachsen! Das ist natürlich ganz besonders erfreulich, weil ein wachsender, lebendiger Verein die beste Bestätigung für das unermüdliche ehrenamtliche Engagement des Vorstands und letztlich aller Mitglieder ist.

Hier noch ein Hinweis auf die nächste Veranstaltung: Am 28.06.26 findet in und an der Mehrzweckhalle nach langer Zeit wieder ein Dorfflohmarkt statt. Auch zu diesem Anlass wird unser Getränke- und Grillwagen selbstverständlich wieder seine Klappen öffnen!

 

Wir sehen uns

 

 

 

 

Mai-Baum-Rede am 1. Mai 2026 in Trauen

(Pastor Dr. Johannes Schoon-Janßen)

 

Wir haben hier einen ganz frisch aufgestellten Mai-Baum vor uns und das ist schön!

Mir sind dazu in der Vorbereitung drei Dinge eingefallen:

Eine Erinnerung an meine Kindheit;

außerdem ein paar Gedanken zum Baum als Symbol;

und schließlich ein kurzer Blick auf das Material, aus dem ein Maibaum besteht, nämlich das Holz!

Also:

Ich bin ja in Ostfriesland aufgewachsen.

Und da war es in meiner Kindheit Sitte, dass am Vorabend vom 1. Mai vor Gasthäusern oder auch vor dem örtlichen Dorfgemeinschaftshaus von dem einen oder anderen Verein ein Maibaum aufgestellt wurde.

Dazu spielten wir mit dem Flötenchor: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ und ähnliches!

Die Nacht hindurch musste der Baum dann von jungen Leuten aus dem aufstellenden Verein bewacht werden, denn junge Leute aus Nachbardörfern warteten nur darauf, dass die Wach-Habenden vielleicht einschliefen, weil sie zu müde waren oder weil sie zu viel getrunken hatte.

Denn es gab eine Regel:

Wenn Leute aus einem anderen Dorf es geschafft hatten, drei Spatenstiche unten an dem Maibaum zu setzen, ohne dass das sofort bemerkt worden wäre, dann gehörte der Maibaum den jungen Leuten aus dem Nachbarort.

Und ab dem nächsten Tag konnte man im Nachbarort dann zwei Maibäume nebeneinanderstehen sehen: den eigenen und den geklauten.

Der konnte dann nach ein paar Tagen zurückgekauft werden, das kostete aber einiges an Kaltgetränken und die Schande war schon ziemlich groß, wenn man sich den Baum unbemerkt hatte klauen lassen…

Noch heute freue ich mich immer sehr, wenn ich mal im Mai nach Ostfriesland komme, weil da überall den Mai durch die Maibäume stehen, die dann Anfang Juni wieder abgebaut werden…

Umso mehr freute ich mich, als vor einigen Jahren die Trauener ebenfalls anfingen, einen Maibaum aufzustellen.

… und wenn man ihn erst direkt am 1. Mai aufbaut, kann er vor dem 1. Mai ja auch nicht geklaut werden. Letztlich eine gute Idee…

Ebenfalls eine tolle Sache ist der Mai-Baum auch einfach als Baum:

Der Baum bringt wegen seiner tiefen Wurzeln im Boden einerseits Erdverbundenheit und eben auch Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit zum Ausdruck;

andererseits wegen seiner weitverzweigten Äste auch so etwas wie Weltläufigkeit und Offenheit für Neues, wie wenn jemand seine Antennen ganz weit ausfährt, um gute neue Nachrichten in Erfahrung zu bringen…

Und dann ist da noch das quicklebendige Material, aus dem der Baum besteht:

Der Werkstoff Holz nämlich.

Der verbindet ja Robustheit und Belastbarkeit mit Lebendigkeit:

Z.B. von Holzskulpturen her weiß man, dass Holz arbeitet, auch wenn der Baum längst gefällt ist und das Holz nicht mehr durch seine Wurzeln ernährt wird.

Holz arbeitet und entwickelt sich lange noch immer weiter…

Dies alles sehe ich auch bei ganz vielen Menschen in Trauen und umzu:

Sie sind bodenständig, und zugleich weltoffen;

Sie sind sehr zuverlässig und zugleich kreativ mit immer wieder guten neuen Ideen;

sie halten zusammen, versuchen aber gleichzeitig, möglichst niemanden auszuschließen.

Möge das noch lange so bleiben:

Möge der Gemeinsinn in Trauen weiter gute Ideen hervorbringen,

mögen die Menschen sich hier weiter einen Blick für den Mitmenschen bewahren, der vielleicht Unterstützung braucht,

und möge der Maibaum vor diesem Dörfergemeinschaftshaus ein Zeichen für ein gutes Miteinander von Gott und Mensch sein,

wie es einst der Regenbogen für die Menschen in der Zeit von Noah und seiner Arche war!

Vielen Dank!