Naturdenkmal „Adam und Eva" in Trauen 

entnommen u.a. aus dem Buch „Munster" von H. Peters

An der alten Heerstraße, dem „Trauener Frachtweg", standen bis 1945 / 1948 die beiden Rieseneichen „Adam und Eva". Bereits 1890 stellten der Schulmeister Laffert aus Trauen (Heimatforscher) und der preußische Forstrat Quaet-Faslem fest, daß beide Bäume jeweils über 1000 Jahre dort standen. Auf einer Ansichtskarte aus dem Jahre 1906 wird der Umfang der Eva-Eiche mit 15,5 m und der Adam-Eiche mit 17 m angegeben. Die Eiche war innen hohl und um einen kleinen Tisch herum konnten mehrere Personen sitzen und im Stamm des Baumes Karten spielen.

Die Eva-Eiche brach während des 2. Weltkrieges zusammen, die Adam-Eiche stand noch bis 1948 am Ufer der Örtze. Im Stamm des Baumes befand sich ein Wespennest, das Leuten, die mit der Luftbrücke Berlin zu tun hatten, eines Tages zu lästig wurde. Sie übergossen das Nest mit Benzin und zündeten es an.

(Anm.: Trauener Zeitzeugen wissen zu berichten, dass Eva den Adam überlebt hat und die lästigen Plagegeister nicht Wespen, sondern Hornissen waren)

Wie auch immer: Es war auch das Ende eines wohl einmaligen Naturdenkmals in Trauen.

Adam und Eva waren seinerzeit gern besuchte Ausflugsziele in der näheren Umgebung. In dem „Festbuch zur Wiedersehens-Feier des ehemaligen 10. Armee-Korps" (17. bis 20. August 1928) wird für die im „Deutschen Haus" (Munster) untergebrachten Reservisten für Montag, den 20.08.1928 eine „Fußwanderung am linken Ufer der Oerze entlang, durch herrliche Heide- und Moorlandschaften über Dethlingen nach Trauen zu den alten Eichen Adam und Eva" angeboten.

 

Adam und Eva

Diese Aufnahme entstand zwischen 1945 und 1948. Sie zeigt nur noch die Adam-Eiche. Eva stand auf dem hellen Fleck im Vordergrund des Bildes

 

Wir lassen August Freudenthal (1851-1898 aus Fallingbostel) zu Wort kommen, der in seinem 1894 erschienenen Buch „Heidefahrten – Ausflüge in die Heide" im Abschnitt „Von Munster über Trauen nach Müden" folgendes schreibt:

„Nachdem wir das Sültmoor hinter uns hatten, erreichten wir bald das 3 ½ Kilometer von Dethlingen entfernte Dörfchen Trauen. Dasselbe besteht aus drei Gehöften, ist aber, der Mittelpunkt einer größeren politischen Gemeinde." (Anm.: Am 25.Juli 1866 wurde aus den Einzelgemeinden Kreutzen, Dethlingen, Sültingen und Trauen die Samtgemeinde Trauen)

„Die stattlichen Bauernhäuser mit ihren Nebengebäuden und schönen Eichhöfen machen den Eindruck bäuerlicher Wohlhabenheit. Das Wiesenland bewässert die südlich am Orte vorbei fließende sog. Kleine Oertze, ein klarer Heidebach, der unweit Oerrel entspringt und nach einem Laufe von etwa 10 Kilometern sich 2 Kilometer unterhalb Trauens bei Creutzen in die Oertze ergießt.

Die Umgebung des kleinen Baches bei Trauenbietet dem Auge nach der Fahrt durch Moor und Heide ein anmutiges Landschaftsbild dar, dessen besondere Zierden zwei alte, vielhundertjährige Eichen bilden, die als stumme Zeugen der Vorzeit aus dem jungen Holzwuchs einer neueren Zeit hervorragen. Die beiden Bäume, welche dem Dorfe gegenüber auf dem hohen linken Ufer der kleinen Oertze stehen, gehören ohne Zweifel zu den Sehenswürdigkeiten der Gegend und dürfen kaum sonst noch in der hohen Heide ihres Gleichen finden.

Die ehemals stärkste der beiden Eichen ist nur noch eine Ruine. Der Stamm, welcher etwa einen Umfang von 15 Metern gehabt haben mag, ist bis auf den Grund in zwei Theile gespalten, doch ragt noch jedes Stammstück hoch in die Luft und ist mit laubtragenden Ästen geschmückt.

Die besser erhaltene und höchste Eiche steht einige hundert Fuß östlich davon und ist weiter vom Bache entfernt. Sie hat, obschon ihre Kronenäste gebrochen oder vom Blitz zersplittert sind, immerhin noch eine Höhe von reichlich 50 Fuß und ist noch mit reichem Laubwuchs geschmückt. Auch diese Eiche hat einen völlig ausgehöhlten Stamm, die Höhlung ist von der Ostseite her zugänglich. In derselben kann eine Gesellschaft von sechs bis acht Personen bequem Schutz finden, oder, wie der Volksmund sagt, eine Schneiderwerkstätte mit fünf Gesellen aufgeschlagen werden. Der Stammumfang des Baumes beträgt fünf Fuß, über der Erde noch etwa 10 Meter.

Nachdem wir gefrühstückt und von den Eichen zur Erinnerung einige photographische Aufnahmen gemacht hatten, fuhren wir auf einem einsamen Heidewege weiter von Trauen nach Creutzen."

Postkarte_Trauen_1906

 

   
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